Babygebärden – Unsere Erfahrungen & wie Babys schon früh kommunizieren
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Babygebärden – Unsere Erfahrungen & wie Babys schon früh kommunizieren können
Viele Eltern kennen die Situation: Das Baby möchte etwas, aber kann noch nicht sprechen. Es weint, zeigt oder wirkt frustriert – und man rätselt, was genau gemeint ist.
Genau hier können Babygebärden eine wundervolle Unterstützung sein.
Wir haben mit Babygebärden begonnen, als unser Baby etwa 4 Monate alt war – ganz spielerisch und ohne Druck. Rückblickend war es eine der schönsten Möglichkeiten, schon früh miteinander zu kommunizieren.
In diesem Beitrag erfährst du:
-was Babygebärden sind
-ab wann man starten kann
-wie wir begonnen haben
-welche Gebärden sich besonders gut eignen
Was sind Babygebärden?
Babygebärden sind vereinfachte Handzeichen, die aus der Gebärdensprache abgeleitet sind. Sie helfen Babys dabei, Bedürfnisse auszudrücken, lange bevor sie sprechen können.
Da die Motorik der Hände früher entwickelt ist als die Sprachfähigkeit, können viele Babys Gebärden schon Monate vor ihren ersten gesprochenen Worten nutzen.
Das führt häufig dazu, dass:
-Babys weniger frustriert sind
-Eltern schneller verstehen, was ihr Kind möchte
-die Kommunikation im Alltag entspannter wird
Ab wann kann man mit Babygebärden anfangen?
Viele Kurse empfehlen einen Start ab etwa 6 Monaten, wenn Babys beginnen, gezielter zu greifen und Dinge bewusst wahrzunehmen.
Wir persönlich haben schon ab ungefähr 4 Monaten spielerisch begonnen.
Wichtig ist dabei:
-kein Druck
-wenige Gebärden am Anfang
-immer im passenden Moment zeigen
Babys lernen vor allem durch Wiederholung und Alltagssituationen.
Wie integriert man Babygebärden in den Alltag?
Viele Eltern fragen sich, wie sie Babygebärden am besten in den Alltag einbauen können. Aus unserer Erfahrung funktioniert es am besten, ganz einfach und ohne Druck zu beginnen.
Am Anfang reicht es völlig, mit ein oder zwei Gebärden zu starten. Besonders geeignet sind Gebärden, die häufig im Alltag vorkommen – zum Beispiel Milch.
Wichtig ist, dass du die Gebärde immer gleichzeitig mit dem gesprochenen Wort verwendest. Wenn du also zum Beispiel „Milch“ sagst, zeigst du langsam und deutlich die passende Gebärde dazu. So kann dein Baby nach und nach die Verbindung zwischen Wort, Gebärde und Situation verstehen.
Hilfreich ist es auch, die Gebärde ruhig und gut sichtbar zu zeigen – am besten in einem Moment, in dem dein Baby dir aufmerksam zuschaut.
Dabei gilt:
-mit wenigen Gebärden starten
-regelmäßig wiederholen
-Gebärden langsam und deutlich zeigen
-nichts erzwingen
-Geduld haben
Es ist ganz normal, dass Babys nicht sofort selbst gebärden. Manche reagieren zunächst nur darauf oder beobachten lange.
Mit der Zeit beginnen viele Babys jedoch, einzelne Gebärden selbst zu nutzen. Und plötzlich merkt man: Das Baby hat verstanden und kann sich mitteilen.
Gerade diese kleinen Momente sind unglaublich schön – wenn dein Kind dir zum ersten Mal zeigt, was es möchte.
Beliebte erste Babygebärden
Viele Eltern starten mit diesen Gebärden:
-Milch
-essen/ trinken
-mehr/ noch mal
-Mama
-Papa
-schlafen
-Musik
-fertig
Gerade Gebärden, die oft im Alltag vorkommen, lernen Babys besonders schnell.
Unsere persönlichen Erfahrungen mit Babygebärden
Unser Kind hat die Babygebärden erstaunlich früh verstanden und darauf reagiert. Schon nach kurzer Zeit hatten wir das Gefühl, dass sie genau wusste, was die Zeichen bedeuten.
Ab etwa 7–8 Monaten hat sie dann ihre erste Gebärde aktiv genutzt: „Komm her“.
Diese Gebärde hat sie verwendet, wenn sie etwas haben wollte oder unsere Aufmerksamkeit brauchte.
Mit der Zeit kamen immer mehr Gebärden dazu. Über die Monate wurde ihr Gebärdenwortschatz immer größer. Teilweise hat sie die Gebärden sogar mit Lauten oder Geräuschen kombiniert, zum Beispiel Tiergeräusche oder kleine Silben.
Interessanterweise hat sie manche sehr typischen Babygebärden erst relativ spät aktiv genutzt – zum Beispiel:
-Milch
-mehr / nochmal
-fertig
Das zeigt, dass Babys sich oft die Gebärden aussuchen, die sie gerade am meisten brauchen.
Welche Babygebärden unser Kind besonders schnell gelernt hat
Mit der Zeit wurde der Gebärdenwortschatz immer größer. Spannend war dabei, dass unser Kind sich die Gebärden selbst ausgesucht hat – nämlich genau die Dinge, die sie besonders interessant fand.
Zu den Gebärden, die sie gelernt und häufig genutzt hat, gehörten zum Beispiel:
Esel, Uhr, Schlange, Kerze, wickeln, Mond, Milch, Ball, schnell, warten, heiß und kalt, umarmen, tschüss, Schlüssel, rutschen, Regen, baden/ waschen, Vogel, Pipi, Blumen, Auto, malen, Hund, Katze, Papa, Oma, Opa, komm her, Musik, Baum, schlafen, hör mal, trinken, essen, fertig, mehr, Buch, Apfel, Zähneputzen, etc.
Man merkt dabei schnell: Babys interessieren sich für ganz andere Dinge als Erwachsene erwarten würden.
Babys zeigen uns, was sie wirklich interessiert
Besonders faszinierend war für uns eine Situation mit der Gebärde „Uhr“.
Unser Kind hat über Monate hinweg beim Einkaufen ständig die Gebärde für Uhr gezeigt. Anfangs haben wir gar nicht verstanden, warum. Dann haben wir gemerkt, dass sie in fast jedem Gebäude irgendwo eine Uhr entdeckt hat – oft an Stellen, auf die wir Erwachsenen überhaupt nicht achten.
Sie hat also Dinge wahrgenommen, die uns gar nicht aufgefallen wären.
Es war unglaublich spannend zu sehen, was sie alles entdeckt und interessant findet, wenn man ihr die Möglichkeit gibt, sich mitzuteilen.
Babygebärden beim Bücherlesen
Auch beim gemeinsamen Bücherlesen waren Babygebärden eine große Hilfe.
Wenn sie ein Tier oder einen Gegenstand im Buch besonders spannend fand, konnte sie die passende Gebärde zeigen. So wussten wir sofort:
-was sie gerade entdeckt hat
-welche Seite sie nochmal sehen möchte
-oder worüber sie „sprechen“ möchte
Das hat das gemeinsame Lesen noch viel interaktiver gemacht.
Weniger Frust durch bessere Kommunikation
Ein großer Vorteil von Babygebärden war für uns, dass es kaum stressige Situationen gab.
Da unser Kind sich mitteilen konnte, wussten wir oft sofort:
-was sie möchte
-was sie entdeckt hat
-oder worauf sie gerade aufmerksam machen will
Gerade in der Phase, in der Kinder viel verstehen, aber noch nicht sprechen können, kann das unglaublich hilfreich sein.
Für uns hat es den Alltag deutlich entspannter gemacht – und gleichzeitig war es wunderschön zu sehen, wie viel ein Baby eigentlich schon wahrnimmt und mitteilen möchte.
Skepsis im Umfeld – und wie sich die Meinung geändert hat
Am Anfang hat unser Umfeld sehr skeptisch auf die Babygebärden reagiert.
Viele konnten sich nicht vorstellen, dass ein Baby wirklich mit Handzeichen kommunizieren kann.
Manche haben sogar darüber gelacht oder gedacht, dass es unnötig ist.
Mit der Zeit hat sich das aber komplett verändert. Als unser Kind tatsächlich begann, Gebärden bewusst zu nutzen, wurden die Vorteile plötzlich sehr deutlich.
Viele aus unserem Umfeld haben dann sogar angefangen, die Gebärden selbst zu benutzen, weil sie gemerkt haben, wie gut die Kommunikation damit funktioniert.
Verzögern Babygebärden das Sprechen?
Eine häufige Sorge ist, dass Babygebärden die Sprachentwicklung verzögern könnten.
Unsere Erfahrung war genau das Gegenteil.
Noch vor den ersten gesprochenen Worten kamen bei uns zusätzliche Gebärden dazu, zum Beispiel:
-Papa
-Oma
-Opa
Kurz darauf folgten dann auch die ersten gesprochenen Wörter.
Babygebärden ersetzen also nicht das Sprechen – sie sind vielmehr eine Brücke zur Sprache. Viele Kinder nutzen zunächst Gebärden und beginnen anschließend ganz natürlich zu sprechen.
Hilfreiche Materialien für Babygebärden
Wenn du Babygebärden lernen möchtest, können diese Dinge hilfreich sein:
-Bücher zu Babygebärden
-Karten mit Gebärden
-Onlinekurse oder Videos
-Lieder mit Gebärden
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